Person

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Überblick

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Sichten:

  1. Objektivierende, medizinische Sicht
  2. Lebensweltliche Sicht
  3. Transpersonale Sicht

Zustände:

  1. Körper und Körperteile, -organe
  2. Leib und Leibensinseln
  3. Person und Fassungen (Ego-States)
  4. Situation und Einzelheiten

Zwischen-Verhältnisse:

  1. Verhältnis von Leib und Körper: #Leib und Körper
  2. Verhältnis von Leib und Person: #Person und Leib
  3. Verhältnis von Person und Körper: #Person und Körper
  4. Verhältnis von Person und "Selbst"
  5. Verhältnis von Person und Schicksal
  6. Verhältnis von Person und Situation
  7. Verhältnis von Schicksal und Situation
  8. Verhältnis von Situation und (Fremd-)Körper
  9. Verhältnis von Körper und (Fremd-)Körper

Person und persönliche Situation

Die Person besteht in der Auseinandersetzung zwischen persönlicher Situation und leiblicher Disposition.

Die personal-präpersonale Zwischenstellung der Person

Personales Leben persönliche Situation
Übergänge personale Regression Person personale Emanzipation
Präpersonales Leben primitive Gegenwart

An die Stelle einer Schichtung oder Stückelung, in der schwer verträgliche Bausteine - Körper und Seele - sowie Schichten in der Seele zusammengesetzt werden, tritt eine dynamische Verbindung präpersonalen Lebens aus primitiver Gegenwart mit Niveaus personaler Emanzipation, wobei die Person keinen festen Platz hat, sondern auf einen Spagat, eine Ausspannung im Zwischenraum zwischen Niveaus personaler Emanzipation und primitiver Gegenwart, angewiesen ist, mit der Folge des Ineinandergreifens von personaler Emanzipation und personaler Regression. (S-L 79)

An dem festgestellten dynamischen Zwiespalt der Person zwischen personalem und präpersonalem Leben scheitert die traditionelle Vorstellung einer geschlossenen privaten Innenwelt, einer Seele. (S-L 79)

Die zwiespältige, personal-präpersonale Zwischenstellung der Person, die diese durch eine stabilisierende Fassung auszugleichen sucht, hindert sie an der festen Unterbringung in einer Seele. (S-L 79)

- Zwischenstellung zwischen unwillkürlich und willkürlich (in der systemischen Hypnotherapie)

Siehe: Übergänge zwischen Personalem und Leiblichem

Person als Bewussthaber

Eine Person ist ein Bewussthaber mit Fähigkeit zur Selbstzuschreibung. Selbstzuschreibung besteht darin, etwas für sich (oder sich für etwas) zu halten. Alle spezifisch personalen Leistungen ergeben sich aus dieser Fähigkeit:

  • Verantwortung zu übernehmen
  • Rechenschaft von sich zu geben
  • sich einen Platz im Umfeld der Mensch, Dinge, Umstände anzuweisen.

(S-KE 29)

Die Person als Bewussthaber mit Fähigkeit zur Selbstzuschreibung ist nur durch primitive Gegenwart möglich.

Mit dem Überschreiten der Schwelle zum Personsein bildet sich eine Späre des Eigenen im Gegensatz zum Fremden, in Gestalt von persönlichen Situationen und persönlicher Eigenwelt.

Perspektivübernahme

Im 2. Lebensjahr wird nun der unmittelbar gelebte mehr und mehr zum sozial gespiegelten, bewerteten und sanktionierten Leib. Indem es sich aus der Perspektive der Anderen sehen lernt, entdeckt das Kind seinen eigenen Körper. (F-LRP 294)

Immer mehr ist das Kind in der Lage Rollenerwartungen nachzukommen, indem es die Reaktionen der Anderen antizipiert. Es vermag Vorbilder nachzuahmen, indem es seinen Leib instrumentalisiert. An die Stelle der unwillkürlichen leiblichen Mimesis tritt die unbewusste Imitation oder Identifikation: Das Kind übernimmt die ihm von den Anderen vermittelten Bilder und Rollenzuschreibungen und integriert sie in das eigene Selbst. (F-LRP 295)

Identifikationen sind unerlässlich für die Ausbildung der Identität. Die Abtrennung von der Unmittelbarkeit des Selbsterlebens birgt aber auch die Gefahr der Fixierung auf ein Selbst-Ideal. An die Stelle dessen was ich mit Anderen zusammen erlebe, tritt das, was Andere von mir sehen oder sehen sollen. Ihre Erwartungen werden zum Leitbild, das meine leibliche Selbstwahrnehmung überlagert und prägt. (F-LRP 295)

Bei der Ausbildung der Perspektivübernahme besteht die zunehmende Gefahr der symbiotischen Perspektivübernahme und damit fehlendem Selbst-Kontakt.

Entwicklung der individuellen Person

Die Entwicklung der Person wird erst vollständig, wenn sie den körperlichen und rollenhaften Außenleib in den gespürten Leib reintegriert und so "Ideal und Leben", "Schein und Sein" miteinander versöhnt. Für diese Integration steht traditionell das Herz als Organ des Selbst im Unterschied zur persona; ein Organ, das als leise, aber leiblich spürbare Stimme kundgibt, wo es mich hinzieht, was mich abstößt, mir Unbehagen bereitet, wo ich mit mir im reinen oder uneins bin. Erst das gefühlte Leib-Selbst vermag dem außenorientierten Selbst-Bild eine authentische Basis zu geben und so das autonome Selbst zu begründen. (F-LRP 295f)

Werden Personen nicht vielmehr durch ihre Selbstreferentialität und ihre Unvertretbarkeit individuiert? (Schärt in AdL 71)

Siehe: Personale Emanzipation, Eigenwelt

Ausbildung von gesunden Selbst-Anteilen.

Hauptsätze der Person

Dritter Hauptsatz der Person

Personale Subjektivität und eigenleiblicher Körper werden gleichursprünglich korrelativ individuiert. (GR-LS 258)

Person und Ort

Jede Person ihren eigenen Ort in Form ihrer eigenen Selbstanteile, zu denen sie im eigenen personalen Raum Kontakt aufbauen kann.

Die Person ist, so Spaemann, nicht definiert durch bestimmte Qualitäten, Eigenschaften oder Tätigkeiten, sondern durch einen "Ort" im Ganzen des Universums, den nur sie einnimmt. (F-LRP 299)

Die Einmaligkeit der Person ist... definiert durch einen "Ort" im Ganzen des Universums, den nur sie einnimmt. Dieser Ort wiederum ist bestimmt durch seine Stellung zu allen anderen Orten, die Person also durch ihre Beziehung zu allen anderen, das niemals sie selbst sein kann. Und dies ist nicht nur von außen betrachtet so, sondern die Person selbst weiß von der Einmaligkeit des Ortes, von der Unverwechselbarkeit der Beziehung zu allem anderen und damit von ihrer eigenen wesentlichen Einmaligkeit. (RS-P 46)

Die Einmaligkeit des Ortes der Person besteht daher gerade in der Unverwechselbarkeit der Beziehung zu allen Anderen. (F-LRP 299)

Der "Ort" der Person in diesem Kommunikationsraum steht, wie wir gesehen haben, in einem apriorischen Bezug zu allen anderen Orten. Jede Person nimmt hier einen solchen Platz ein, der für immer ausschließlich durch sie definiert ist. ... Es ist für den Anerkennungszusammenhang wesentlich, dass jeder von sich aus einen solchen Ort in der universalen Personengemeinschaft einnimmt. (RS-P 172f)

Personsein ist das Einnehmen eines Platzes, den es gar nicht gibt ohne einen Raum, in dem andere Personen ihre Plätze haben. Das Einnehmen dieses Platzes beruht nicht auf einer Zuweisung durch andere, die bereits vor uns da waren. Jeder Mensch nimmt diesen Platz als geborenes Mitglied kraft eigenen Rechts ein. Aber er wird nicht empirisch an diesem Platz vorgefunden, sondern dieser Raum wird überhaupt nur wahrgenommen in der Weise der Anerkennung. (RS-P 193)

Einheits- und Dualismuserfahrung der Person

Einheitserfahrung der Person

Denn als Personen erfahren wir uns selbst nie rein als Seelen oder rein als Körper. Wenn wir an irgendeinem Punkt einer Differenzierung von Seele und Körper das Wort reden, dann sind wir schon dabei, den Produkten begrifflicher Abstraktion nachzugehen und nachzugeben. (Schärtl in AdL 76)

Siehe: Graduelles Verhältnis

Dualismuserfahrung der Person

Andererseits - und hierin findet der Dualismus einen bleibenden Verankerungspunkt - setzt die differenzierte Betrachtungsweise notwendigerweise bei der Feststellung ein, dass Personen nicht mit ihren Körpern (nota bene: Körpern) identisch sind. (Schärtl in AdL 76)

Siehe: Körper und Leib, Körper-Geist-Problem

Körper wirkt auf Psyche

  • Alkohol trinken vernebelt die Sinne.
  • Drogen erzeugt Entgrenzungserfahrungen.

Psyche wirkt auf Körper

  • Ärger erzeugt psychosomatische Krankheiten.

Psyche unabhängig vom Körper als Ausleibung?

...

Personale Aspektdualität

Doppelaspekt.png

Doppelaspekt des Lebewesens bzw. der Person:

Leib Körper
integrale Lebensäußerungen physiologische Prozesse
Bewusstes Erleben Organismus
Personalistische, lebensweltliche Einstellung Naturalistische, objektivierende Einstellung

Vgl: [F-DG 106]

  • Der Leib und Körper einer Person stehen in einem aspektdualen Verhältnis: personale Aspektdualität
  • Die beiden Aspekte weisen auf:
    • Korrelationen
    • Isomporphien
    • Strukturähnlichkeiten

Siehe: Leib-Körper-Problem

Polarität.png

Übersicht

Organismus Leib
Korrelationen Eindrücke physikalisches Reizereignis Wahrnehmungseindruck
Isomorphie Koextensivität objektiv-körperliche Räumlichkeit subjektive-leibliche Räumlichkeit
Isomorphie Integrierende Synthesis neuronale Kopplung implizite Kopplung
Strukturähnlichkeit Systemische Einbettung Systemisch-ökologischer Einbettung von Organismen in ihre Umwelt Systemisch-phänomenologische Einbettung von leiblichen Personen in Situationen

Korrelationen

Die Existenz von Korrelationen, also regelhaften Zusammenhängen etwa von physikalischem Reizereignis und Wahrnehmungseindruck, ist die selbstverständliche Voraussetzung aller psychophysiologischen Forschung und muss hier nicht näher betrachtet werden. (F-DG 224)

Isomorphien

Von besonderem Interesse sind aber die grundlegenderen Isomorphien und Übereinstimmungen der beiden Aspekte. Als ein Beispiel haben wir zunächst ihre Koextensivität hervorgehoben: (F-DG 224)

Koextensivität

Subjektiv-leibliche und objektiv-körperliche Räumlichkeit überlagern einander und verweisen so auf die zugrundeliegende Einheit des Lebewesens. (F-DG 224)

Integrierende Synthesis

Eine weitere Parallelität besteht aber auch in den Formen der integrierenden Synthesis: So wie sich im Erleben und Handeln durch implizite Koppelungen ganzheitliche Wahrnehmungs- und Bewegungsgestalten bilden, die dann in phänomenaler Transparenz unmittelbar realisiert werden können, so entstehen auf physiologischer Ebene auch Koppelungen zwischen unterschiedlich spezialisierten Neuronenverbänden und Hirnarealen. Damit lässt sich zumindest in groben Zügen das Substrat der Inkorporation von Erfahrung im Individuum angeben. ... Die Bildung von Vermögen und Erfahrungen lässt sich als implizite Koppelung ebenso wie als neuronale Kopplung beschreiben. (F-DG 224)

Lernen und Erfahrungen:

  • phänomenologisch implizite Kopplung
  • physiologisch neuronale Kopplung

Strukturähnlichkeiten

Das Lebewesen lässt sich in beiden Aspekten nur in der Beziehung zur Umwelt vollständig beschreiben, einerseits phänomenologisch, andererseits ökologisch. (Vgl.: F-DG 224)

  • Systemisch-phänomenologische Einbettung von leiblichen Personen in Situationen
  • Systemisch-ökologischer Einbettung von Organismen in ihre Umwelt

Person, Leib, Körper

Das philosophische Konzept der verleiblichten Person, deren leiblich-lebendige Kontinuität im Tod nicht abreißt, sondern verwandelt wird, zwingt uns drei Ebenen ontologisch voneinander zu unterscheiden:

  1. eine Ebene, auf der wir von "Personen" sprechen,
  2. eine andere Ebene, auf der wir von Dingen sprechen (und in diesem Kontext auch von Körpern) sprechen,
  3. eine Vermittlungsebene, die mit dem Begriff "Leib" angezeigt ist.
Personen sind dinghaft realisiert, daran besteht kein Zweifel. Aber die Dimension, die durch diese Realisierung erschlossen ist, ist keine andere als die der Leiblichkeit. Der Leib schafft sozusagen jenes Dazwischen, das Ernest Lowe gesucht hatte, wenn er von wechselseitige (wenn auch teilweise eingeschränkter) Eigenschaftsvererbung zwischen Personen und ihren Körpern zu sprechen versuchte. Leib ist ein mehrfacher, ontologisch sozusagen mehrdimensionaler Relationsbegriff. Ein Aspekt davon ist sicher die Beziehung der Realisation, die zwischen einer Person und einem Körper besteht. Personen werden durch ihre biologischen, physiologisch beschreibbaren Körper realisiert. Aber Personen sind nicht mit diesen Körpern identisch. Personen sind notwendigerweise verleiblicht, weil Passiblität, Alterität und Exteriorität, symbolische Expression essentiell zum Personsein, d.h. in diesem Fall zur Gestalt endlichen Geistes gehören. Aber es besteht keine logische und begriffliche Notwendigkeit, die besagt, dass diese Realisation nicht auch anders erfolgen könnte. (Schärtl in AdL 71f)

Person und Leib

Leibliche Disposition einer Person

Relativ spät in der Schwangerschaft steigt ... shén 神 oder, anders gesagt: ein spezifischer feiner yang-Aspekt des qi, vom Himmel herab und geht in das werdende Leben ein; shen ist Inbegriff der leiblichen Disposition einer Person, ihrer Vitalität und Individualität. Im zehnten Monat ist qi dann ausreichend vorhanden, so dass der kleine mensch sich anschickt, den Mutterleib zu verlassen. Wachstum bis zur Geschlechtsreife ist weiteres Anfüllen von qi; Altern bedeutet Verminderung, und Tod ist Zerstreuung von qi. (GL-LoK 69f)

Leib als Ausdruck der Person

Der Leib ist die Ausdrucksgestalt der Person, ihr Zugehen auf die Welt, der Ort ihrer Konkretion, ihrer Kommunikation. Der Leib ist individuell und sozial zugleich: Er öffnet den Blick auf den Anderen, markiert die Begrenzung des Eigenen, begründet Leidenschaft im mehrfachen Sinn des Wortes. (Schärtl in AdL 70)

Der Leib färbt die Person ein, ihr Zugehen auf die Welt. Der Leib ist immer der Leib einer Person. Und eine menschliche Person ist ohne einen Leib nicht denkbar. (Schärtl in AdL 70)

Personen müssen verleiblicht sein, sie müssen realisiert sein. Aber sie müssen nicht notwendigerweise biologisch (d.h. in den naturgesetzlichen Kontexten, die wir kennen und die wir aus unserer Möglichkeitsperspektive heraus für bestimmt und unabdingbar erachten) realisiert sein. (Schärtl in AdL 72)

Siehe:

Person und Leib identisch

Der Mensch "ist" irgendwie sein Leib. So entspricht es auch unmittelbar dem naiven Bewusstseins, das zwischen Person und Leib nicht unterscheidet. ... Insofern ergibt sich ein Verhältnis, das man gradezu als das einer Identifikation mit seinem Leib bezeichnen könnte, wenn es vielleicht auch nur eine partielle Identifikation ist, die auf einer höheren Ebene zugleich ein gewisses Maß von wenigstens gedanklicher Distanzierung zu dem, was einem am Leibe widerfährt, zulässt. (OFB-MuR 290)

Person und Körper

Personen werden durch ihre biologischen, physiologisch beschreibbaren Körper realisiert. Aber Personen sind nicht mir diesem Körper identisch. Personen sind notwendigerweise verleiblicht, weil

  • Passibilität
  • Alterität und Exteritorität
  • symbolische Expression
essentiell zum Personsein ... gehören. Aber es besteht keine logische und begriffliche Notwendigkeit, die besagt, dass diese Realisation nicht auch anders erfolgen könnte. Und genau dies öffnet die Tür für das alternative, transformationstheoretisch grundierte Auferstehungsmodell: Personen müssen verleiblicht sein, sie müssen realisiert sein. Aber sie müssen nicht notwendig biologisch (d.h. in den naturgesetzlichen Kontexten, die wir kennen und die wir aus unserer Möglichkeitsperspektive heraus für bestimmend und unabdingbar erachten) realisiert sein. (Schärtl in AdL 71f)

Was sich festhalten lässt, ist die ontologische Tatsache, dass Personen nicht mit ihren Körpern identisch sind, weil hier nicht die Identitätsrelation, sondern die Realisationsrelation zu greifen hat. (Schärtl in AdL 72)

Als Phasensortal gehört er [der Körper] in die komplexe Realisationsweise von Personen. (Schärtl in AdL 73)

Leib und Körper

Siehe auch: Leib, Körper, Körper und Leib, Leib-Körper-Problem

Körper Leib
Außenräume und Vorhandensein Innenräume und Perspektiven
bietet sich der äußeren Anschauung dar entzieht sich der äußeren Anschauung
sichtbar spürbar

Aber der Leib ist nicht Körper. Die Identitätsbedingungen von Leib und Körper sind unterschiedlich. Während der Leib Innenräume und Perspektiven markiert, besteht der Körper nur aus Schichten von Außenräumen und Vorhandensein. Der Körper bietet sich der äußeren Anschauung dar, der Leib entzieht sich zu einem gewissen Grad - er öffnet einen Innenraum von Anschauung. Der Körper ist sichtbar, der Leib ist spürbar. Ja, und es ist präzise der Leib, der jenes psycho-physische Kontinuum stiftet, in dem wir uns permanent wie von selbst bewegen: Psychisches ist mit Physischem verknüpft, von ihm durchdrungen und vice versa. Aber bei genauerer Betrachtung stellt sich heraus, dass diese Art von Durchdringung, Verknüpfung und Wechselverweisung eine eigene ontologische Dignität hat, die man - in solider phänomenologischer Tradition - Leiblichkeit nennen kann. (Schärtl in AdL 70)

Leib ist nicht Körper. Denn Körper sind physische Gebilde, die nur Außenrelation haben und keine eigentliche Innenwelt besitzen. (Schärtl in AdL 71)

Personaler Raum

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Siehe: Leib, Körper, Psyche

Eine Person hat ihren eigenen abgegrenzten personalen Raum mit bestimmten personalen Anteilen. Es handelt sich stets um Anteile und Modelle der persönlichen Situation. Andere Bezeichnungen sind:

  • Teilpersönlichkeiten (bei Assagiolis tiefenpsychologisch Psychosynthese)
  • Ego-States (Ego-State-Theorien)

Unterscheidung zwischen leiblicher und personaler Raum:

  • leiblicher Eigenraum: Kraft zum Spüren des Eigenraums und der Bewegung darin
  • personaler Raum: Kraft zur Gestaltung des personalen Raumes

Die Besonderheit des personalen Raumes zeigt sich im Ursprung seiner Genese: Das jeweilige Selbst konstituiert den personalen Raum, der gleichsam sein Territorium bildet, selbst. Der personale Raum ist "der Raum, der ein (im Sinne der Neophänomenologie muss man hier ergänzen: "personal emanzipiertes", A.B.) Individuum überall umgibt und dessen Betreten seitens eines anderen vom anderen als Übergriff empfunden wird." (E.Goffman 1971: 56) (AB-BuB 226)

Der persönliche Raum ist ein Anspruchsraum, den jemand absteckt oder aber proklamiert. (AB-BuB 226)

Knüpft man den Personenstatus an die Bedingung der Gestaltung personaler Räume, so ist dies mit drei Vorzügen verbunden:

  • Erstens dem Vorzug der empirischen Rekonstruierbarkeit
  • zweitens dem Vorzug der relativen Vergleichbarkeit
  • und drittens dem Vorzug einer Vorverlegung des Personenstatus, gegenüber der durch die etablierten, auf John Lockes Kriterium Bezug nehmenden Personentheorien. (AB-BuB 228)

Ich und Selbstanteile

  • Ich als Focus
  • Selbst als
    • Erwachsenes Selbst
    • Kindliches Selbst
    • Körper-Selbst

(z.B. bei Langlotz)

Ich und Selbst

  • Ich als irdischer Anteil der Getrenntheit. (Horizontale)
  • Selbst als spirituelle Anteil der Verbundenheit. (Vertikale)

(z.B. bei Siegfried Essen)

Siehe: Ich und Selbst

Ich, Selbst, Ego, Über-Ich

  • Ich und Ego
  • Selbst und Über-Ich

Personale Grenze

unsichere Personengrenzen (TB-AoC 106)

Siehe: Abgrenzung

Gestaltkreis der Person

Dadurch entsteht erst eigentlich der Gestaltkreis der Person, die mit ihrer Leitinstanz

  • zwischen Denken und Fühlen sowie
  • den Ansprüchen des Leibes und der Gemeinschaft steht.
Das bedeutet, dass die Aufmerksamkeit in der jeweiligen Situation entweder stärker au das Denken oder auf das Fühlen bzw. Spüren konzentriert ist, bzw. von diesen absorbiert wird. (GR-LS 250)

Sonstiges

Physikalisierung der Person

Die faktorenanalytische Persönlichkeitstheorie vollendet in unseren Tagen die Physikalisierung der Person zum Eigenschaftsbündel. (S-NP: 31)

Lebende Person

Die Lebensäußerungen einer Person sind also innerlich und äußerlich zugleich; sie umfassen Erleben und Verhalten. (F-DG 108)