Leib-Körper-Problem

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Die Ausdrücke Körper und Leib bezeichnen erkenntnistheoretisch gesehen zwei differente Weisen, unsere Natur zu erfahren:

  • im Modus der Fremderfahrung (Körper), als Natur, die wir haben, oder
  • im Modus der Selbsterfahrung (Leib), als Natur, die wir sind.

Das Leib-Seele- als Leib-Körper-Problem

Eines der bekanntesten philosophischen "Probleme" ist das sogenannte "Leib-Seele-Problem". Es unterstellt die Annahme von einem dimensionalen Körper (als Leib) und einer unräumlichen Seele (oder Psyche). Die Annahme, dass es nur eine dimensionale Räumlichkeit gibt, wird im Rahmen der philosophischen Topologie jedoch kritisiert. In Alternative zur dimensionalen Räumlichkeit wird auch von einer topischen Räumlichkeit ausgegangen, die der Unterscheidung zwischen dem dimensionalen Körper und dem topischen Leib entspricht. Das Verhältnis von beiden Einheiten wird als Leib-Körper-Problem thematisiert.

Geschichte

China

Am Menschen selbst nahmen sie zwei Unterscheidungen vor: Außen (Gestalt) und Innen (Lebenskraft, Bewusstsein, Geisteskraft) sowie implizit und explizit die Unterscheidung von tast- und sichtbarem Körper und leiblichem Spüren. Außen bedeutet nicht unbedingt Körperliches, denn Tast- und Sichtbares fand sich auch im Innen; ebenso wenig war das leibliche Spüren auf das Innen beschränkt, sondern bezog die dem Körper äußerlichen und räumlich ergossenen Stimmungen und Atmosphären mit ein. (GL-LoK 303)

Siehe: Innen-Außen

Leib - Körper

Körper Leib
Körper als Punkt (0-Dimensional) Leib als Gerade (1-Dimensional: +1 topische Dimension)
Haben: Aneignung von Dingen und Menschen. Ich habe etwas und will mehr davon. Sein: das Existieren, das sich spontan von selbst vollzieht. Das Hervorbringen des Lebens aus einer Quelle, der man nicht habhaft werden kann. Sein ist die Bewegung des Lebens selbst, es strömt nach außen und ruht doch zugleich in sich.
haben, besitzen, machen leben, erleben
Ding lebendige Prozesse
Umwelt wird verobjektiviert, verdinglicht, in Besitz genommen. Das Lebewesen geht auf in seinen Tätigkeiten, in seinem leiblichen Lebensvollzug. Sein-Lassen-Können.
Oberkörper Unterleib
Verstand Gefühl, Würmli
Sinnkultur Präsenzkultur
Duales Verhältnis Topisches Verhältnis, im Leib sein, in Situationen sein
Polyzentrisches System als numerische Mannigfaltigkeit Topisches System als chaotische Mannigfaltigkeit

Siehe: Personale Aspektdualität

  • Koextension von Leib und Körper
  • Korrespondenz von Leib und Körper
    • Gleichförmigkeit von Struktur und Gestalt (Isomorphie)
    • Gleichsinnigkeit von Funktion und Sinn (Analogie)