Selbstzuschreibung

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Selbstzuschreibung setzt Sichbewussthaben voraus

Selbstzuschreibung ist ein identifizierendes Sichbewussthaben. Es setzt ein nicht identifizierendes Sichbewussthaben voraus und ist nur als zusätzliche Information zu dieser primären Kenntnis von sich möglich. (S-DRdN 49)

Selbstzuschreibung ist eine Identifizierung von etwas mit mir. Jeder denke an sich. ... Im Falle der Selbstzuschreibung muss das Relat (womit identifiziert wird) schon vor der Identifizierung bekannt sein. Sonst ergäbe sich ein zielloser progressus in infinitum, indem immerzu etwas mit demselben unter einer anderen Beschreibung identifiziert würde, wobei offen bliebe, ob ich selbst das bin.

Selbstzuschreibung ist ... nur möglich, wenn ihr ein identifizierungsfreies Selbstbewusstsein ohne Selbstzuschreibung zu Grunde liegt. Und das gibt es wirklich, nämlich in Gestalt des affektiven Betroffenseins. (S-KE 29f)

Ich

So ist die sogenannte Ich-Instanz ein Produkt der Flucht aus der Betroffenheit und kann von dieser jederzeit wieder eingeholt werden - beispielsweise dadurch, dass ein Schmerz überwältigend wird. (B-Ethik, 130)

Die Ich-Konstitution vollzieht sich ontogenetisch nicht im Spiegelstadium oder gründet sich auch nicht in Anerkennungsverhältnissen, sondern vielmehr in ersten negativen Erfahrungen von Schmerz, Krankheit, Versagen und Verbot. Es ist die Enge eines auf sich selbst zurückgeworfenen Lebensvollzuges, aus dem sich das Ich losreißt. (B-Ethik 142)

Personen sind seltsame Wesen; sie unterscheiden sich von Steinen oder artifiziellen Gegenständen durch die Erste-Person-Perspektive und durch die Tatsache, dass sie (zumindest potentiell) in der Lage sind, den Gebrauch des Ausdrucks "ich" fehlerlos zu meistern, ja immer wieder fehlerfrei und ohne Stütze durch Identifikationskriterien zu meistern und dadurch sehr spezifische Kommuniationskontexte zu erzeugen, in denen Worte wie "hier", "jetzt" erst einen Sinn ergeben. (Schärtl in AdL 77)

Siehe: Person