Ich und Selbst

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Ich - Selbst (Whitmont)

Damit sind wir bei einer Erweiterung des Modells der Psyche angelangt. Denn in der analytischen Psychologie wird das Ichbewusstsein als ein Teilphänomen einer umfassenden Persönlichkeit angesehen, eines Selbst, dem ein eigenes Bewusstsein, eigene Absichten zugeschrieben werden, auch wenn diese von dem Standpunkt des Ichs nicht bewusst sein sollten. Die Beziehung zwischen bewusstem Ich und unbewussten Selbst ist komplementär und potentiell kooperativ. (EW-PuS 85)

Ich - Selbst (Siegfried Essen)

Siegfried Essen unterscheidet in seinem Buch "Selbstliebe als Lebenskunst" (Carl Auer 2011) folgende zwei Qualitäten von Ich und Selbst.

Ich Selbst Hinweise zur Vertiefung
Getrenntheit Verbundenheit (im Buch)
Abgrenzen, Unterscheiden Einbeziehen, Angleichen (im Buch)
Perspektive, Fokussieren All-Einheit, Defokussieren (im Buch)
Teilsein Ganzsein (im Buch)
Einzigartigkeit, Einzigsein Zugehörigsein, Einssein (im Buch)
Abgegrenztes, autonomes Selbst Fließendes, hingebendes Selbst Keller
Wille, Wahl Liebe, Hingabe Assagioli
Dualität Nondualität Loy
Form Leerheit, Nothingness Buddhismus
Position Negation Varga von Kibéd
Bedingter Geist Unbedingter Geist Varela, Baker
Sinnliches Wahrnehmen Spürbewusstsein, Gewahrsein Norretranders, Schellenbaum
Begreifen, Begrifflicher Geist Ergriffenheit, Formloser Geist Varela, Buddhismus
Linke Gehirnhälfte Rechte Gehirnhälfte Taylor
Zeitlich-sequenzielles Denken Räumlich-synchrones Denken Luhmann, Latka
Ursache-Wirkungs-Linearität Inter-Emergenz Buddhismus, Baker
Divergenz Konvergenz Buddhismus, Baker
Aktivität Stille, Soheit Buddhismus, S. Suzuki
Orientierung im Raum und Zeit Präsenz, ewige Gegenwart Meister Eckehart, Tolle
Individuation Bezogenheit Stierlin
Persona Selbst, Imago Dei C.G. Jung
Agenz Kommunion Wilber
Gegenübererfahrung Einheitserfahrung Christentum, Renz
Sichtbar, materiell, körperlich unsichtbar, unmateriell, seelisch Paulus
Menschliche Natur Göttliche Natur Christentum
Schöpfung Schöpfer Judentum, Christentum

Ich - Ego

[Folgende Tabelle] zeigt uns, dass unsere seelisch geistigen Strukturen wie Ich, Selbst, Ego und Über-Ich nicht als Substanzen oder Dinge gesehen werden sollten, sondern als freie (von der Personmitte, dem Ich, zu verantwortende) Aktivitäten. (SE-SAL 86)

Ich (freie Einheit) Ego (gewaltsame Einheit)
1. Annehmen und Loslassen von Form Festhalten, Anhaften an Form
2. Bilden von Begriffen und "Vor"stellungen, Kreativität, Trennen und Unterscheiden, Relativieren und Entscheiden Identifikation des Ich mit seinen Vorstellungen und Schöpfungen, mit seinen Geschichten und Ideen von Vergangenheit und Zukunft
3. Bewusstsein aufgrund von Wahrnehmung von Unterschieden, Klarträumen, Intuition, Inspiration Träumen, ohne sich dessen bewusst zu sein, an die Substanz und Kontinuität der Dinge und Erscheinungen glauben
4. Dinge und Ereignisse als Erscheinungen wahrnehmen Festhalten am Opferdasein
5. Erfahrungen machen und ausdrücken Zwanghaftes Wiederholen oder Abwehren von Erfahrungen

(Quelle: SE-SAL 87)

Selbst - Über-Ich

Selbst (freie Verbundenheit) Über-Ich (gewaltsame Verbundenheit)
1. Sein ohne Form (Leere, Formlosigkeit), sich aller Erfahrung als im Fluss gewahr sein. Die eigenen Vorstellungen und Identifikationen auf die Gesellschaft oder auf Gott projizieren.
2. Verharren in der Verbundenheit jenseits aller Form, in Bedingungslosigkeit und Stille Festschreiben der eigenen negativen und positiven Anhaftungen als gut und böse
3. Bewusstheit aufgrund von Gewahrsein, Wachheit ohne Unterscheidung Angst, Sorge, Wut, Depression usw. in einem bedrohlichen Außen versuchen
4. Neues und Fremdes integrieren Neues und Fremdes zu kontrollieren versuchen
5. Einheit erleben: von Geben und Nehmen, Tun und Erleiden, Innen und Außen Erfahrungen als Glück oder Unglück verallgemeinern und sich das Opferdasein bestätigen lassen

(Quelle: SE-SAL 87)

Diverses

Siehe auch: