Introjektion

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Der Introjektionismus geht davon aus, dass alle Gefühle Introjektionen sind.

Die Introjektion besteht in der Verlegung des abgeschliffenen Stoffes der Lebenserfahrung, soweit er überhaupt zur Kenntnis genommen wird, in die private Innenwelt. (Vgl: S-WNP 347)

Die Introjektion der unwillkürlichen Regungen zum Zweck ihrer Bemeisterung durch die Vernunft, die personale Selbstbemächtigung. (S-WNP 352)

In der Odyssee wurde der Beginn der Introjektion aufgedeckt, die darin besteht, dass das konkret gespürte Innere des körperlichen Leibes durch sprachliche Metaphernbildung in ein fiktives seelisches Inneres - ein Reich der intimen Innerlichkeit - umgedeutet wird. Diese Umdeutung ist zugleich eine Wegdeutung der Leiblichkeit; die leiblichen Regungen werden wenigstens aus ihrer Schlüsselstellung im Erleben verdrängt und interessieren die Selbstbesinnung allmählich nur noch als Quellen und Anlässe metaphorischen Sprechens über Innerlichkeit, so, wie wir heute gern vom Herzen sprechen. (S-II1 451f)

Vielleicht war der Selbstbetrug der Introjektion mit dem possessorischen Missverständnis des Gefühls in der Vergangenheit wirklich einmal erforderlich, um die "Erziehung des Menschengeschlechtes" auf den Weg zu bringen, aber nun sollten wir diese Krücke nicht mehr nötig haben, sondern der labilen Person die Stabilisierung im Entwurf anvertrauen. (S-WNP 188, darin weitere Verweise)

Die Introjektion der Gefühle trägt wahrscheinlich die größte Schuld daran, dass neben der Macht und Vielfalt, mit der sich die Gefühle im Leben und Erleben der Menschheit entfaltet haben, die bisher gewonnene Einsicht in ihr Wesen und Treiben wie ein kümmerlicher Schatten anmutet. Und doch sind die Gefühle das Wichtigste im Leben, weil erst sie die Wucht und Zartheit, den Glanz und das Trübe in die Welt bringen, von wo her den Menschen überhaupt erst irgend etwas wirklich wichtig ist. (S-III3 XIII)

Siehe: Geschichte der Gefühle

Introjektion oder Multitopi

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Selbst- und Objektanteil der Introjektion

  • Objektanteil der Introjektion: Ableitung
  • Selbstanteil der Introjektion: Verwandlung aus der extremen Rolle und Integration

Siehe: Umgang mit Stimmen des Selbst

Psychologie

Introjektionen beschreibt den vom Kind passiv erlebten Prozess der Aufnahme von bestimmten Teilen des Verhaltens, Werten, Normen, spezifischen Merkmalen oder Anschauungen einer anderen Person in die eigene Persönlichkeit: Eigenschaften und Verhaltensweisen anderer werden sozusagen im Rahmen der Sozialisation adoptiert. (JP-HAT 85)

  • A: Adaptive Introjektion
  • B: Maladaptive Introjektion
    • einfache Introjektion
    • feindliche Introjektion
  • C: Traumatische Introjektion (JP-HAT 92)