Selbstintegration

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Die systemische Selbst-Integration nach Langlotz® ist ein von Ernst Robert Langlotz entwickeltes Aufstellungsformat zur Auflösung von Symbiosen. Die Aufstellung gliedert sich in folgende Schritte:

Inhaltsverzeichnis

Anliegenklärung

  • (GW) Geschwister:
    • Der wievielte von wievielen? z.B. 2. von 2.
    • Schwangerschaften, Abgänge, Abtreibungen
  • (MVfP) Hatten Mutter oder Vater frühere Partnerschaften? Waren Vater und Mutter vor der Ehe mit anderen Partnern zusammen?
  • (M+V) Mutter und Vater leben noch zusammen?
  • (V/M):
    • (GEfv) Geschwister oder Elternteil früh verloren?

Aufstellung

Elemente

Aufgestellt werden die Selbst-Anteile:

Focus

  • der Klient mit seinem Anliegen

Erwachsenes Selbst

  • das ist der Teil, der hat seine Würde und seinen Wert unabhängig von anderen (wie im Grundgesetz deklamiert)
  • das ist der Teil von mir, der nicht brav, sondern wild, aggressiv, lebendig, kreativ und unbequem ist!
  • der Teil, der sich frei und unbeschwert fühlt, der Nein sagen darf, der Erfolg haben darf, der lebendig sein darf
  • der Teil, der eine schöne Beziehung haben darf, viele Kinder haben darf
  • der Teil, der nicht braucht, gebraucht zu werden
  • der Teil, der frei, wild, ungezähmt, handlungsfähig, ruhig, gelassen ist
  • der Teil, mit dem darfst du verbunden bleiben, egal ob es den anderen passt. Dann müssen die anderen halt schauen.

Kindliches Selbst

Körper-Selbst

Ein oder mehrere Andere

Und je nach Thema ein Anderes (A):

  • Andere Person(en) + dessen Selbst
  • Gefühl + Thema um das es eigentlich geht
  • Firma etc.

Reihenfolge

  • Achtung bei Trauma: Bei einem Trauma wird A nicht sofort aufgestellt, erst nach Verbindung der Selbstanteile.
  • Reihenfolge beim Aufstellen:
  1. A
  2. ES, KS
  3. Focus

Abfragen der Stellvertreter

  • Reihenfolge:
    1. Anderem (Person, Gefühl etc.); Thema, worum es eigentlich geht
    2. ES, KS
    3. Focus
    4. ...
  • Fragen nach dem Befinden:
    • Fragen, wie es jedem geht, mit dem Möglichkeit sich einen neuen passenderen zu suchen (Ist das ein guter Platz? Falls nein: Such dir einen neuen!).
  • Platzänderung, falls Unbehagen
    • Der Klient stellt die Vertreter der Selbstanteile bisweilen zu dicht zu sich – so hätte er es vielleicht gerne! Die Selbst-Repräsentanten dürfen ihre Position verändern, bis sie sich gut fühlen. Diese Erfahrung, dass seine Selbstanteile so weit weg sind, ist für den Klienten bisweilen schmerzlich.
  • Befinden des Klienten erfragen
    • "Hat das was mit dir zu tun?"
    • "Ist das dein Film?"

Umstellungen & Ergänzungen

Eventuell ist es nötig, vor der dem Legen der Grenze Umstellungen vorzunehmen. Beispiele:

  • Wenn die Mutter ihre eigenen Eltern früh verloren hat, und selbst traumatisiert ist. Dann stellt man die Eltern dazu, und lässt die Mutter dazu gehen, damit sie endlich bei den Eltern sein kann.
  • Das Thema soll den Focus anschauen können, ggfs. dazu umdrehen.

Identifikation lösen

Wenn unklar ist, mit wem die Identifikation zuerst gelöst werden soll, dann kann zunächst gleich jede Identifikation getestet werden.

Grenze legen

Abfrage von Vorwurf oder Mitleid (1)

  • s.u. (kann auch vorgezogen werden)

Grenzziehung und Erklärung

  • "Ich lege einen Schal als Ausdruck der Unterscheidung zwischen dir und deiner Mutter."
  • "Die Grenze macht deutlich, dass beide für sich vollständig sind, dass du ein Recht auf deinen eigenen seelischen Raum hast und auf eine Grenze gegenüber dem Anderen hast."
  • "Die Grenze ist ein Zeichen, dass jeder seinen eigenen Raum hat."
  • "... als Zeichen: Du bist Du, Sie ist Sie."

Abfrage der Reaktionen

  • "Wie fühlt sich das an? Erleichternd? Schmerzhaft? Verboten?"
    • Wenn erleichternd oder schmerzhaft erlebt, dann spricht das dafür, dass es einen "gemeinsamen seelischen Raum" gibt. Diese Hypothese wird im weiteren Aufstellungsvorgang überprüft.
    • Wenn neutral erlebt, dann ist die Symbiose so gross, dass der Unterschied gar nicht wahrgenommen werden will.

Abfrage von Vorwurf oder Mitleid (2)

  • "Gibt es einen Vorwurf oder Mitleid?"
    • Beides sind weitere Indizien für eine symbiotische Verstrickung.
Vorwurf aussprechen
  • Die Vorwürfe werden benannt ohne sich im Detail zu verlieren. Das bereitet die Integration des “kindlichen Selbst“ vor.
  • Verletzung aussprechen: „Du hast mich so verletzt, das war so schlimm."
    • Wichtig ist, dass der Klient den Vorwurf aussprechen darf und dazu steht. „..und ich stehe dazu!“ Auch, dass das so sein darf, und er sich dabei gut fühlen darf. Wenn es um einen gewalttätigen Vater geht, bietet sich an: „Ich war klein, ein Kind, und konnte mich nicht wehren, ein Vater darf so etwas nicht tun!“
  • Reaktion auf Verletzung: "Ich habe dich dafür gehasst, .....dich weg gewünscht, ....dir den Tod gewünscht. Und ich stehe dazu!“
  • Oder, wenn das verboten war:
    • „Wenn ich es mir erlaubt hätte, hätte ich dich gehasst, ... den Tod gewünscht. Und ich stehe dazu!“
    • "Wenn ich es mir hätte erlauben können, dann hätte ich dich dafür gehasst anstatt mich."

Identifikation testen (Platztest)

  • Der Leiter testet, ob der Klient für sein gegenüber bestimmte Rollen übernommen hat, indem er ihn den entsprechenden Platz einnehmen lässt: ein fehlendes Elternteil, ein Geschwister, den nicht präsenten Partner oder dessen “Selbst“.
  • Bei einem Aggressor-Thema ist der Klient oft mehr beim Täter als bei seinem verletzten inneren Kind. So kann der Klient Verständnis für den Aggressor zeigen, ihn entschuldigen oder rechtfertigen. („Identifikation mit dem Aggressor“)

Vorbereitung

  • Selbst des Anderen ergänzen? Wenn dann Erleichterung beim Hinstellen des Selbst, dann wahrscheinliche Identifikation

Reihenfolge

  1. Eltern (Vater, Mutter)
  2. Partner
  3. Selbst
  4. Focus

Befinden erfragen

  • Überprüfen und Lösen jede einzelnen "Identifikation". Dazu beispielhafte Fragen:
    • "Wie geht es dir an dem Platz von ...?"
    • "Wie fühlt sich das an?"
  • Besondere Fragen für einzelne Elemente:
    • Beim Thema, worum es eigentlich geht: "Bis du tot?", "Bist du eine Person oder eine Institution?"

Ablösesätze

Ablöse von A-Elternteil
  • Frage: "Kennst du sowas? Dass du sie beschützen willst?"
  • "Ich kann dir nicht deinen Vater/Mutter ersetzen!"
Ablöse von A-Partner
  • Aufklärung: "An dem Platz kann man keinen Respekt für Vater/Mutter haben. Man kann kein Kind sein."
  • "Papa/Mama, ich kann dir nicht die Mama/den Papa ersetzen!"
  • "Ich bin nicht dein Partner, ich bin dein Sohn/Tochter!"
  • "Papa/Mama ist die/der richtige."
Ablöse von A-Selbst
  • "Ich kann dir nicht dein Selbst ersetzen, du hast dein eigenes Selbst!"
Ablöse von A-Geschwister
  • F: "Ich kann dir nicht deinen Bruder ersetzen. Ich kann dir nicht das geben, was du von deinem Bruder erwartest hast."
Ablöse vom Aggressor

...

Ablöse von A-Focus
  • Abfrage der Rolle am fremden Platz:
    • "Kennst du den Platz? Bist du blinder Passagier, Lotse oder Kapitän?"
  • Aufklärung (über eigenes Boot in Seenot)
    • "Wenn du auf dem falschen Boot bist, dann kann dein eigenes Boot in Seenot geraten, weil der Kapitän auf dem falschen Dampfer ist. Möchtest du das?"
  • Abgrenzungssätze:
    • F: "Du bist Du, und Ich bin Ich! [Name], das ist dein Schicksal, dein Weg. Und ich gehe meinen Weg!"
    • F: "Das ist dein Platz und dein Schicksal: Du bist du und ich bin ich. Du gehst deinen Weg und ich gehe meinen. Du lebst dein Leben und ich das meine. Und mein Leben darf ganz anders sein als deins!"

Wenn der Klient mehrere Rollen übernommen hat, steht er meist auf dem Platz des Gegenübers, auf dessen Boot, als Passagier, evtl. mit “Luxusappartement“ oder als “Lotse“ oder gar als “Kapitän“. Das bietet die Gelegenheit, dem Klienten zu verdeutlichen, dass die vermeintlich schönen oder guten Gefühle (er kennt sich hier aus, er ist wichtig) trügerisch sind und den Klienten davon abhalten bei sich selbst zu sein. Wenn er auf anderen Booten steht, kann sein Boot in Seenot geraten, weil der Kapitän auf “dem Falschen Dampfer ist.“

Wenn nicht bereits geschehen (s.o. bei Grenze legen), dann kann hier der Vorwurf oder Mitleid (Verletzung, Hass, Todeswunsch) zur Sprache kommen.

Ablöse vom Trojaner
  • A wird auf den Platz des Selbst geführt
  • "Wenn du soviele Rollen bei ihm übernommen hast, dann kann es sein, dass du Ihn gleich zu Dir mit ins Boot genommen hast, damit du ihn immer bei dir hast."
  • "Aber das ist dein Territorium, du hast das Recht und die Kraft ihn da rauszubringen."
  • "Bei allem Respekt, du gehörst nicht in meinem Raum." Klient führt A zurück auf seinen Platz.
  • Nach der Revolution folgt die Unabhängigkeitserklärung: "Ich bin ich, und du bist Du!"

Fremdes Zurückgeben

Bei der Rückgabe kommt es darauf an, die fremde Last (Verantwortung, Erwartung, Zerrissenheit, Schicksal, Krankheit, Hilflosigkeit, Unentschlossenheit, Verwirrung, Verletzung, Ansichten, Bedürfnisse usw. ) die der Klient irrtümlich getragen hat, als wäre es sein Eigenes, in Würde und Achtung dem Gegenüber zurückzugeben.

Lösung: „Es war deine Art es zu tragen, deine Art zu Überleben, vielleicht habe ich darüber geurteilt, das steht mir nicht zu. Nur so konntest du das Leben an mich weiter geben.“ Dabei wird der Gegenüberstehende spüren, ob die Last mit Achtung übergeben wird. Bisweilen kann das gegenüber den Stein nicht nehmen. Vielleicht weil der Klient ihn (Gegenüber) nicht achtet, so als sei er nicht in der Lage es selbst zu tragen. Das wird durch den Satz getestet: “Das ist dir viel zu schwer, ich trage es leicht, du kannst froh sein, dass du mich hast!“

Ein verräterisches Lächeln beim Klienten deutet darauf hin, dass er die Last übernommen hat, um sich selbst gut zu fühlen. Es ist „DAS heimliche Glück hinter dem Leid (der Last)", die Illusion für den Gegenüberstehenden wichtig und hilfreich zu sein. Diese Illusion hindert ihn, das Übernommene abzugeben.

Evtl. ist es hilfreich den Klienten knien zu lassen, damit die Eltern-Kind- Relation deutlich wird. Folgender Lösungsdialog bietet sich an: „Ich dachte, ich müsste für dich stark sein. Damit es besser wird!“ - Ist es denn besser geworden? - „Nein“ – vielleicht ist es sogar schlechter geworden, vielleicht hast du Achtung verloren, für dein Gegenüber, aber auch für dich selbst? - „Ja“ – Möchtest du die Achtung wieder, für dein Gegenüber und für dich selber? - Jetzt kann das Gegenüber die Last vom Klienten zurücknehmen.

Der Gegenüberstehende erwidert: „Ich konnte nicht immer für dich da sein, konnte dir meine Liebe nicht immer zeigen, ...habe deine Liebe nicht gesehen,...schade...., das hat nichts mit dir zu tun.“

Siehe: Fremde Gefühle, Übernommene Gefühle

Einleitung

  • Wenn du so lange auf dem Boot des anderen gewesen ist, dann hast du sicher auch etwas davon getragen. Das kannst du jetzt zurückgeben.

Stein aufladen

  • F: [A-Name], ich sehe jetzt, dass es dein ... ist/sind.
    • Schicksal
    • Last, Leid, Verwirrung, Ängste, Trauer, Schuld
    • Ansichten
    • Vorstellungen
    • Glaubenssätze

Achtung ausdrücken

  • Gfs. paradoxe Intervention: "Gut dass du mich hast. Ich trag es gerne für dich."
  • Sätze um die Achtung wiederherzustellen:
    • "Vielleicht habe ich es getragen, als wäre es mein eigenes. Es wurde dadurch nicht besser, im Gegenteil, ich habe vielleicht ein Stück Achtung für dich verloren."
    • "Ich achte deine Kraft und Würde, indem ich Deins bei dir lasse."
  • Knieende Position (aus kindlicher Perspektive)
    • T: Du könntest ihr zeigen, dass du der Kleine bist. (kniet)
    • F: Eigentlich bist du die Große und ich der Kleine. Ich möchte spielen, und darf klein sein.

Übergabe & Befinden

  • "Ab heute lass ich es ganz bei dir, (und gehe spielen)."
  • Steinrückgabe
  • T->F: "Hast du keine Entzugserscheinungen? Möchtest du es Zurücknehmen?" Falls ja, dann paradoxe u. provokante Intervention s.o.

Nehmer stellt Besitz klar

  • A: "Das ist meines und muss bei mir bleiben. Es tut mir nicht gut, wenn Du es trägst. Lass die Finger davon. Du kannst auch anders mit mir verbunden sein."
  • A: "Das gehört zu mir, und ich möchte gar nicht das du das trägst."

Bedauern des Nehmers

  • A als Elternteil: "Ich konnte nicht immer Mutter/Vater für dich sein, konnte dir meine Liebe nicht immer zeigen, deine Liebe nicht immer sehen. Schade! Es hat überhaupt nichts mit dir zu tun!"

Zumutung annehmen

  • Sich als Opfer fühlen oder als Herausforderung annehmen und daran wachsen
  • A: "Ich sehe, dass ich dir viel zugemutet habe. Ich kann es nicht rückgängig machen, es gehört jetzt zu dir. Wenn du es als Herausforderung annimmst, kannst du daran wachsen. Wenn du dir selber Leid tust oder damit grollst, dann kannst du daran zugrunde gehen."

Energierücknahme

Da der Klient dem Gegenüber in der Regel viel Aufmerksamkeit, Raum und Energie gegeben hat, ist es wichtig, die Energie wieder zurückzubekommen.

Falls der Gegenüberstehende zu bedrohlich ist, kann die Energie auch von Selbstanteilen, aus dem Raum oder von „Mutter Erde“ übernommen werden.

Wenn A sehr traumatisch ist, dann die Energie (nach der Selbstannäherung) vom eigenen Selbst übernommen werden. -> Sprung zu Annäherung!

Einleitung der Rücknahme

  • Wahrscheinlich hast du ihm ganz viel Energie und Raum gegeben, die dir gehört. Möchtest du die Energie wieder zurück?
  • Es kann sein, dass du Ihm unbewusst ganz viel Energie und Kraft gegeben hast. Möchtest du sie zurück?
  • Du warst dort mit deiner Energie, du hast sicher was dort gelassen, möchtest du Sie zurück?

Procedere klären

Das Hauchen der Energie oder das Handauflegen erfolgt an bestimmte stellen (Chakren: Herz, Scheitel, Nacken, Kreuzbein). Der Klient SPÜRT die Stelle besonders warm und angenehm und entspannend. Es ist möglich, dass sich dadurch Spannungen oder Blockaden im Körper lösen und die Energie im Inneren wieder frei fließen kann. Oft kann eine unmittelbare Reaktion beim Klienten beobachtet werden: Körperhaltung, Präsenz, klarer Blick,....

Optionen:

  1. Vom A Zurückhauchen
    • Spüre mal wo!
      • Herz, Scheitel, Schulter, Kreuzbein
  2. oder du kannst es dir einfach nehmen: Arme öffnen und im Herz zusammenschlagen
  3. oder von deinem Selbst (Dann erst Annäherung an das Selbst vorziehen.)
    • "Du kennst diesen Teil, gell? Von diesem Teil kannst du dir auch deine Energie zurück geben lassen. Es ist eine unverdächtige Quelle."

Paravent

  • Paravent Aufstellen, da innere Grenze noch nicht ausgebildet!

Selbstanteilverbindung

MEIST wird die Annäherung an die Selbstanteile nach dem Energieritual erfolgen. Bei Traumata ist eine Annäherung an die Selbstanteile vor der Gegenüberstellung mit dem Aggressor für den Klienten wichtig um Sicherheit und Stärke zu erlangen.

Einladung zur Verbindung

Die Verbindung mit den entfernt stehenden Selbstanteilen geschieht, indem der Klient ermutigt wird auf die Selbstanteile zuzugehen:

  • "Statt mit ... zu verschmelzen, kannst du dich mit deinen Selbstanteilen verschmelzen!"
  • „Da war doch noch dein starkes Selbst! Möchtest du (Klient) dich einmal deinen Selbstanteilen nähern? – vielleicht kanntest du deine Selbstanteile bisher noch gar nicht? Sie sind ein Teil von dir – das bist du!“

Ablegen der elterlichen Brille

  • Häufig wird der Blick auf die Selbstanteile von Vorstellungen und Bewertungen der Eltern (oder anderer Bezugspersonen) gefärbt
  • Um den reinen Blick auf die Selbstanteile zu ermöglichen, bietet es sich an, den Blick davon freizumachen, z.B. symbolisch in Form eines Abstreifens einer virtuellen Brille

Erwachsenes Selbst (ES)

  • Einleitung
    • "Da gibt es einen Teil von dir der darf frei, unbeschwert, wild und unangepasst sein. Dem darf es gutgehen, auch wenn es anderen schlecht geht."
    • "Du bist der Teil von mir, der sich selbstständig fühlen darf."
  • Gefallen oder Gefahr?
    • "Gefällt dir dieser Teil?"
    • "Magst du ihn denn, oder ist er gefährlich?"
  • Risiko eingehen?
    • "Es kann sein, dass manche Leute ihn nicht so mögen. Ist es ein Grund ihn deshalb zu verstecken?"
    • "Wenn du dich mit diesem Teil verbindest, kann es sein, dass dich die anderen gar nicht wieder erkennen. Gehst du das Risiko ein?"
  • Umarmung
    • T: "Möchtest du einfach mal spüren, wie es sich anfühlt?" -> Umarmung
    • "Ich lass dich nicht alleine. Ab heute sorge ich gut für Dich!"

Kindliches Selbst (KS)

  • Begrüßung
    • "Wie schön, dass du auf die Welt gekommen bist."
    • "Wie schön, dass du so lebendig bist."
    • "Danke, dass du das alles ausgehalten hast."
  • Anerkennung der Bedürftigkeit
    • „Da gibt es noch den Teil von mir, der bedürftig und verletzlich ist, der spielen möchte und der auch “unerwünschte Gefühle“ haben darf, der auch jähzornig und wütend sein darf."
    • Das gibt es noch die/den kleinen [Namen], die ganz viel ausgehalten hat. Was hätte Sie gebraucht? ... Kannst du ihr geben, was sie gebraucht hätte?
    • “Du bist verletzt worden. Ich konnte dich nicht schützen und musste dich verstecken, konnte dir keine Energie geben. Nur so konnte ich groß werden.
  • Liebe und Schutz als Erwachsener anbieten
    • "Jetzt bin ich groß und kann dich schützen. Du bist mir wichtig, du bist ein Teil von mir und nur mit dir bin ich vollständig. Ich lasse nie mehr zu, dass du verletzt wirst. Ich lasse nicht zu, dass dir etwas geschieht.“
    • "Ich lass dich nicht alleine. Ich lasse nicht zu, dass du verletzt wirdst. Von Niemandem!"
    • "Heute lass ich nicht zu, dass du verletzt und überfordert wirst, auch nicht von mir"
    • "Ab heute sorge ich gut für Dich!"
  • Liebe und Spass erlauben
    • "Ich mag dich so wie du bist"
    • "Bei mir sollst du auch deinen Spass haben!"
    • "Bei mir darfst du auch was anstellen, und ich stehe persönlich Schmiere für dich."
    • "Du bist meine beste Prophylaxe gegen Burnout."
  • Ersatz des KS im Partner
    • Wenn man nicht so mit dem inneren Kind verbunden ist, dann erwartet man die Zuwendung für das eigene Kind von dem Partner. Dann kommt das KS wieder durch die Hintertür ins eigene Boot und übernimmt das Steuer.

(Begegnung optional im knien)

Körperselbst (KPS)

  • Einleitung: „Du bist der Teil von mir, der darf attraktiv (sanft, muskulös, weiblich, männlich, schön...) sein."
  • Annäherung: “Du bist verletzt worden, ich konnte dich nicht annehmen. Vielleicht habe ich dich abgelehnt, dich verantwortlich gemacht (für erlittene sexuelle Übergriffe?) Konnte dich nicht schützen, musste dich vernachlässigen um selbst zu überleben. Ab sofort sorge ich dafür, dass es dir gut geht. Ich freue mich, dass es dich gibt so wie du bist. (evtl. auch) und ich freue mich auf deine Lust!“

Zu dem Trio

  • Jetzt bist du vollständig, auch ohne Partner, Arbeit und Kind.
  • Jetzt darfst du mal beide spüren, die Große und die Kleine.
  • Beides bist du selber!
  • Da gibt es nicht zu entschuldigen, nichts zu verstecken.
  • Wie fühlt sich das an?
  • Das ist die Voraussetzung dafür, dass du dein eigenes Boot hast, damit da wo [Name] drauf steht, auch [Name] drin ist.
  • Meinst du, du kannst dafür sorgen, dass du keine Mogelpackung bist? Schluss mit der Mogelpackung?
  • Nach der Erfahrung von Gewalt, sind folgende Sätze sinnvoll: „Es ist alles gut gegangen, nun ist die Gefahr vorüber und auch der Schock geht vorüber. Jetzt bin ich groß und kann euch (= mich = uns) schützen. Ich habe viel Energie für euch.“

Nötige Umwege

  • Wenn das KS oder ES noch nicht wollen, dann gibt es noch ein zweites Thema, z.B. Zwilling, das aufgestellt werden kann

Abgrenzungsritual

Einleitung der Abgrenzung

  • Paravent entfernen.
  • Einleitung der Abgrenzung:
    • Meinst du, du kannst unterscheiden zwischen [Name] und Nicht-[Name]?
    • Es gibt eine neue EU-Vorschrift: Da wo [Name] draufsteht, soll auch [Name] drin sein!
    • Damit du in dieser Verfassung bleiben kannst, brauchst du deinen eigenen Raum, in dem nur das gehört, was draufsteht. Und A ist eindeutig nicht [Name des Klienten].
    • Nur wenn du deinen eigenen seelischen Raum hast, kannst du ganz du selber sein, unabhängig davon was andere von dir denken oder erwarten!
    • „Ich zeige dir, wie ich mich wehren kann“ Oder auch: „Damals konnte ich mich noch nicht wehren, damals war ich klein. Jetzt bin ich erwachsen, jetzt bin ich stark. Ich lass mir nichts mehr gefallen, von NIEMANDEM!“
    • Eine Verbundenheit mit den Selbstanteilen ist nur möglich, wenn der innere Raum gegenüber Fremdem abgegrenzt wird. Es ist wichtig, dass der Klient erkennt das Eigene vom Fremden zu unterscheiden. Auch wenn es sich verboten anfühlt, ist die Abgrenzung gesund und natürlich.
    • Bei der Abgrenzung steht die Bereitschaft und die augenblickliche Reaktion bei Annäherung des Gegenübers im Mittelpunkt. Schon eine 10tel Sekunde früher zur reagieren als das Gegenüber, ermöglicht dem Klienten den Abstand herzustellen den er braucht um sich gut/sicher zu fühlen. Das geschieht, in dem der Gegenüberstehende mit vorgehaltenen Händen gestoppt wird, wobei der Gegenüberstehende die Hände hängen lässt. (Das Abdrängen kann zu Verletzungen führen.)
    • Wiederholungen sind sinnvoll und können mit einem Krafttier (Raubtier, das sein Territorium schützt, das die Gefahr schon wittert und die Kraft zusätzlich verstärkt) und Urschrei (Herausbrüllen der erlebten Ungerechtigkeit) noch verstärkt werden. Oft beeindruckt diese Handlung den Gegenüberstehenden so sehr, dass er von der Kraft des Klienten überrascht, gar nicht mehr antreten möchte. Der Gegenüberstehende erkennt nun die Kraft und Durchsetzungsfähigkeit des Klienten an. Der Klient erlebt sich dadurch stark und gewinnt an Selbstbewusstsein.
    • Besondere Situation bei Abgrenzung gegen ein übergriffiges Elternteil:
      • Ich habe das Leben von Dir bekommen, und jetzt schütze ich es vor dir!
      • Mama, meine Stärke kommt von dir, und ab heute verwende ich sie für mich!

Abgrenzungsritual

  • "Bist du bereit deine Grenze zu schützen?"
  • 1. Durchführen des Abgrenzungsrituals (F->A)
  • 2. Durchführen des Abgrenzungsrituals mit Krafttier (F->A)
  • Wenn man selbst kein Bewusstsein für die eigene Grenze gehabt hat, dann hat mehr sehr wahrscheinlich auch die Grenzen anderer überschritten. Von daher ist es wichtig, wenn man auch erfährt, dass andere auch ihre Grenze haben und selbst schützen:
    • 3. Durchführung des Abgrenzungsritual des Anderen (A->F)

Gegenabgrenzung

  • Wer die Grenze selber nicht so kennt, der neigt dazu auch über andere Grenzen drüber zu gehen. Daher ist es hilfreich auch selbst zu lernen, wann man über Grenzen geht.

Gegenabgrenzung gegen A

  • A: "Stop das ist mein Raum. Bei aller Freundschaft: Dafür bin ich zuständig und nicht Du."
  • A: "Stop, wir Löwen machen das so, das sind die Spielregeln. Wenn Du in der Löwenliga mitspielen willst, dann musst du dich daran halten. Oder du musst zurück in die Häschenliga"

Gegenabgrenzung gegen die Vergangenheit

  • Vergangenheit: "Was vorbei ist, ist vorbei. Es kommt nicht wieder und ist mausetot."

Vertrauen des Anderen

  • [Name], das ist dein Schicksal. ein Teil davon kommt durch mich. Das ist die Herausforderung, an der du zerbrechen oder wachsen kannst. Ich vertraue auf deine Kraft.
  • T: Ganz wichtig, Selbstmitleid zu vermeiden. Du kannst deine Fähigkeiten entwickeln, die können andere so gar nicht haben.

Verabschieden des Anderen

Loslassen des Anderen

  • bei Toten:
    • "Ich muss dich nicht mehr festhalten. Du darfst jetzt da hingehen, wo es keinen Schmerz gibt und kein Leid - nur Liebe und Licht und Tanz!"
    • Du bist frei, dahin zu gehen, wo es keine Schuld und Sühne gibt, nur Liebe, Licht und Tanz!
  • bei Alten, Sterbenden:
    • Wenn es soweit ist, dass du gehen möchtest, dann werde ich dich nicht halten. Du kannst dahin gehen, wo es keinen Schmerz gibt, und auch kein Leid. Nur Liebe und Licht.

Nochmal Spüren

  • T: "Magst du mal spüren, wie dich die Mama so mag, als Kleiner?"

Segen zum Abschied

  • Ich gebe dir meinen Segen: Lebe deine Lebendigkeit, Lebe deine Liebe!
  • Ich gebe dir meinen Segen. Lebe dein eigenes Leben. Du bist frei.

Ziehenlassen

  • Ziehenlassen des Anderen (optional mit Trommel)

Eigener Lebensweg mit Selbstanteilen

  • Erst durch die Abgrenzung ist die Vorraussetzung geschaffen, dauerhaft mit den Selbstanteilen verbunden zu bleiben. Durch die wiederholte Umarmung mit allen Selbstanteilen kann der Klient, sich selbst spüren, und seine eigene Verbundenheit mit den Selbstanteilen erleben.
  • Drei Schritte in einen neuen Lebensabschnitt folgen der Selbstintegration
    • "Das Schwere lässt du da, wo es hingehört, das Schöne darfst du mitnehmen"
    • “Das Schwere, das nicht zu dir gehört, lässt du zurück, das was du selber bist, nimmst du mit.“
    • Gehe 3 Schritte in deinen neuen Lebensweg

Abschließende Reflexion

Der Aufstellungsprozess hat dem Klienten sein Symbiosemuster, die vermeintlichen Verbote (unsichtbare Fesseln) bewusst gemacht, bei jedem Lösungsschritt musste er sich neu entscheiden, auch wenn sich der Schritt lieblos, egoistisch, kalt, verboten anfühlt. Dadurch konnte er zum ersten mal sich vollständig, frei und Kraftvoll fühlen, ohne Schuldgefühle.

Meist ist deshalb ein Zurückfallen in das Symbiosemuster nicht mehr möglich.

Bei sehr heftigen Symbiosemustern allerdings sind mehrere Aufstellungen erforderlich.

Wenn Selbstanteile integriert werden können, fühlt sich der Klient vollständig, erbraucht nicht mehr andere, um sich vollständig zu fühlen. Wenn er sich für sein Kind verantwortlich fühlt, ist er nicht mehr darauf angewiesen, dass ein Partner sein inneres Kind „adoptiert“. Das spiel von Abhängigkeit und Ko-Abhängigkeit - “Ich brauche es, gebraucht zu werden“ – kann enden. Eine Beziehung entsteht dann nicht durch Abhängigkeit, sondern durch gegenseitige Anziehung. Da gibt ihr eine Qualität von Freiheit, würde, erlaubt Veränderung und Wachstum.

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