Kausalität

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Man unterscheidet zwei Arten der Kausalität (Vgl: S-WNP 198)

  • zweigliedrige Kausalität
  • dreigliedrige Kausalität

Scheinbarer Widerspruch zur Synchronizität.

Gründe für Kausalität

Der Gedanke an Kausalität ist für das besonnene menschliche Leben unentbehrlich, zugleich aber so unklar, dass der Versuch, sich darauf wie auf eine für die Wissenschaft selbstverständliche Gegebenheit zu berufen, an Leichtsinn kaum zu übertreffen ist. Es gibt nur zwei zwingende Gründe, Kausalität gelten zu lassen. (S-BW 79)

Passiv: Halbdinge üben kausale Macht aus

Der eine ist die unbestreitbare passive Erfahrung erlittener kausaler Aktivität von Seiten der ... Halbdinge. Dass der Schmerz mich bedrängt und zur Auseinandersetzung zwingt, dass die Schwere im Sturz mich niederreißt, der Zorn mich mitreißt, der entgegenschlagende Wind mich nur mühsam - wenn überhaupt - weiterkommen lässt und meinen Stand bedroht, der elektrische Schlag mich zurückzucken lässt und dergleichen mehr: Das sind Erfahrungen, in denen ich erleide, dass etwas kausale Macht über mich hat; sie lassen sich auch nicht mit dem Einwand Humes, der zwischen Ursache und Wirkung ein aufzeigbares Band der Einwirkung vermisste, in Zweifel ziehen, denn bei den Halbdingen fallen Ursache und Einwirkung zusammen. (S-BW 79)

Aktiv: Kausale Macht der Person

Der andere Grund besteht nicht in einer Evidenz, sondern in der Unentbehrlichkeit der Voraussetzung der Kausalität für personales Menschsein. Von diese Voraussetzung hängt nämlich die Möglichkeit des Wählens ab. Wählen ist das Verhalten, sich in der Überzeugung von mehreren Möglichkeiten eigenen Verhaltens wissentlich darauf zu beschränken, von diesen nur eine oder höchstens einige, nicht alle, zu verwirklichen, d.h. aus untatsächlichen Sachverhalten in Tatsachen zu überführen. Das ist nur möglich, wenn der Wählende sich zutraut, selbst etwas zu tun und etwas zu unterlassen, d.h. kausale Macht auszuüben. Ohne zu wählen, kann aber kein Mensch sich rational (nach Gründen) verhalten, und ohne dieses Vermögen ist er keine Person, sondern kann nur noch wie ein Volltrunkener torkeln, nicht einmal im Wirtshaus etwas von der Speisekarte bestellen. (S-BW 79f)

Aufgabe der Kausalität durch die Naturwissenschaft

Die Naturwissenschaft gibt die von ihr suggerierte Kausalität von Ursache und Wirkung (mit vergeblich gesuchtem Band zwischen ihnen) in ihrer strengsten Fassung, als Physik, wieder auf und ersetzt sie durch eine regelmäßige, nach beiden Zeitrichtungen ablesbare Anordnung unbegrenzt vieler messbarer Daten in sich überschneidender Reihen. (Vgl: S-WNP 23)

Kausalität und Regelmäßigkeit

Regelmäßigkeit des Weltlaufs bedarf also nicht der Kausalität, ebenso wenig Kausalität der Regelmäßigkeit. (S-BW 81)

Typen

Zweigliedrige Kausalität

Bei der Kausalität von Halbdingen fallen Ursache und Einwirkung zusammen. Beispiele: Schmerz, reißende Schwere, etc. (S-WNP 225)

Wie bei Halbdingen:

  • Ursache und Einwirkung fallen zusammen
  • Effekt
1. Ursache = Einwirkung 2. Effekt
Reißende Schwere Sturz
Schmerz ...

Die Kausalität der Halbdinge ist evident, gefeit gegen Einwände der Hume'schen Art; wem der Wind entgegenschlägt, wer sich im Sturz gegen die reißende Schwere behaupten muss, wer quälenden Schmerz auszuhalten hat, kann nicht im Ernst beschreiten, dass ihm etwas angetan wird. (S-WNP 22)

Dreigliedrige Kausalität

Wie in der Physik: Ursache, Einwirkung, Effekt

Das Hinzudenken ergänzt die zweigliedrige Kausalität zur dreigliedrigen. Auf diese Weise denkt der Arzt zum Schmerz die körperliche Ursache hinzu. Damit hat er manchmal (z.B. als Zahnarzt) Erfolg, nicht aber bei Schmerzen ohne feststellbare körperliche Ursache. Manchmal täte der Arzt gut daran, den Schmerz selbst ins Auge zu fassen, und der ist ein Halbding mit zweigliedriger Kausalität, kein Ding mit dreigliedriger. (S-WNP 225f)

Dinge haben dreigliedrige Kausalität. Zwischen Ursache und Effekt schiebt sich die vermittelnde Einwirkung. (S-WNP 225)

1. Ursache eines Dinges 2. (Kraft-)Einwirkung als Äußerung des Dinges 3. Effekt an einem Ding
fallender Stein Stoß Zertrümmerung
Schwerefeld reißende Schwere Sturz
elektrischer Strom elektrischer Schlag Zucken
Wetter/Gott Windkraft Plane löst sich