Zeit

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Die ursprüngliche Zeitlichkeit ist leiblich, und davon weiß Heidegger noch nichts. (S-WNP 368)

Der Fluss der Zeit hat eine Richtung, die man nicht zu suchen braucht; ... (S-JDN 32)

Die Möglichkeit sinnvollen Denkens, hängt vom Fluss der Zeit ab. Wenn man ihn wegdenkt, bleiben nämlich statt gerichteter Relationen nur Anordnungen übrig, die zwei- oder mehrseitige Verhältnisse ohne Auszeichung einer Richtung sind. Der menschliche Geist ist aber so einseitig (diskursiv) veranlagt, dass er solche Verhältnisse nur auffassen kann, indem er sie aufspaltet und aus gerichteten Relationen zusammensetzt. Dafür benötigt er den Fluss der Zeit, der eine Richtung vorgibt. (Vgl: S-DWdeP 473)

Klassifikation

Drei Arten von Zeit sind zu unterscheiden:

  • reine Lagezeit
  • modale Lagezeit
  • reine Modalzeit

Reine Lagezeit

Die reine Lagezeit besteht in einer Anordnung von Etwassen, die z.B. Ereignisse, Dinge oder Zustände sein können, durch die Beziehung des Früheren zum Späteren oder Gleichzeitigen, also in Lagen in einem zweidimensionalen Feld, denen Abstände aufgeprägt sein können.

Die Zeit, die in physikalische Theorien eingeht, ist eine reine Lagezeit; von der modalen Lagezeit und dem Fluss der Zeit kommt in der physikalischen Theorie nichts vor. ... Als reine Lagezeit ist die Zeit der Physik ein komplexes Verhältnis ohne Richtung. (S-JdN 33)

Modale Lagezeit

Die modale Lagezeit bringt eine Einteilung von Etwassen in die drei Massen

  • der zukünftigen, die noch nicht sind,
  • der vergangenen, die nicht mehr sind, und
  • der gegenwärtigen, die sind in der Weise, nicht mehr noch nicht und noch nicht nicht mehr zu sein,

hinzu. Hierbei kommen also, anders als in der reinen Lagezeigt, Verhältnisse des Seienden und Nichtseienden vor, die mir Anlass geben, von Modalität zu sprechen.

Die Zeit der Lebenswelt ist eine modale Lagezeit, in der die reine Lagezeit ergänzt ist durch eine Einteilung von Ereignissen in die drei Klassen

  • der vergangenen (die nicht mehr sind),
  • der gegenwärtigen (die sind) und
  • der zukünftigen (die noch nicht sind).

Diese modale Lagezeit ist in der Lebenswelt überformt durch den Fluss der Zeit, der darin besteht, dass

  • die Gesamtvergangenheit (die Masse alles Vergangenen, als Ganzes, nicht als Menge verstanden) beständig wächst,
  • die Gesamtzukunft (in entsprechendem Sinn) beständig schrumpft (auch für den Fall, dass sie unendlich ist und bleibt) und
  • die Gesamtgegenwart (in entsprechendem Sinn) beständig wechselt, indem sie sich in die Zukunft gleichsam einfrisst und dadurch jenes Wachsen und Schrumpfen bewirkt. (S-F 97)

Reine Modalzeit

...

Quelle:

  • S-JdN 24f