Lebensraum

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Als Lebensraum oder ökologischer Raum sei die dauerhafte Gesamtheit des von einer Person präreflexiv gelebten und erlebten Raumes mit seinen Bedingungen, Wirkungen und Möglichkeiten bezeichnet, also der Umraum eines leiblichen und seiner selbst bewußten Subjekts im weitesten Sinn. Er integriert die bisher behandelten anthropologischen Räumlichkeiten, beschränkt sich aber nicht auf die aktuell wahrgenommene Umgebung, sondern bezieht den gesamten natürlichen, sozialen und kulturellen Raum ein, insofern er Einfluss auf die Person hat. (F-LRP 303)

Der Lebensraum ist durchdrungen von spürbaren "Feldkräften" oder "Vektoren", in erster Linie anziehender oder abstoßender Art. (F-LuL 89f)

Der Lebensraum weist entsprechend den jeweiligen Erfahrungen, Vermögen und Motiven einer Person unterschiedliche Bedeutsamkeiten, Relevanzen oder Valenzen auf. In Analogie zum physikalischen Feld treten "Gravitationswirkungen", unsichtbare "Krümmungen" des Raumes oder Barrieren auf, die spontane Bewegungen einschränken oder verhindern. (F-LuL 91f)

Anschauliches Beispiel: Kleinkind, das zwischen Mutterbindung und Neugier hin- un hergerissen ist.

Der Lebensraum ist zentriert um die Person und ihren Leib. Er ist nach Lewin charakterisiert durch erlebte Qualitäten wie

  • Nähe und Distanz
  • Enge oder Weite
  • Verbindung oder Trennung
  • Erreichbarkeit oder Unerreichbarkeit,
und er ist strukturiert durch physische oder symbolische Grenzen, die der Bewegung Widerstand entgegensetzen. (F-LuU 6)

Der Lebensraum wirkt als horizontal Unbewusstes.

Dem Lebensraum kommt dabei der Status einer anthropologischen Konstante zu, insofern, "menschliche Existenz (...) grundsätzlich 'raumgreifend' ist," wie Fuchs feststellt. Ohne Raum ist der Mensch nicht. Lebensraum in politischer Hinsicht meint jedoch nicht diese Naturdeterminante, sondern die soziokulturell betriebene "Einhausung" in ein soziokulturelles Ensemble. (AB-BuB 247)

Siehe: Persönliche Welt