Erfahrung

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Elemente der Erfahrung

  1. Erfahrung erwirbt man durch Wiederholung.
  2. Erfahrung resultiert aus erlebten Situationen
  3. Situationen, in den Erfahrungen gemacht werden, sind auf den Leib zentriert: Der Erfahrene bewegt sich nicht im abstrahierten Raum der Landkarte, sondern im Raum der "Landschaft", strukturiert durch leibliche Richtungen, rechts und links, hier und dort, Nähe und Ferne, Zentrum und Horizont.
  4. Erfahren ist eine Tätigkeit, weil Wahrnehmung und Eigenbewegung zusammengehört
  5. Erfahren bedeutet auch ein Erleiden.
  6. Der Erfahrene entwickelt einen besonderen Sinn für Charakter, Stil und Physiognomie seines Gegenstandes.
  7. Das Wahrnehmen, Wissen und Können des Erfahrenen ist immer nur unvollständig in Worte zu fassen. Als "implizites Wissen" aktualisiert es sich im praktischen Vollzug. Erfahrung kann nur durch Vorbild gelehrt und durch Nachahmung erlernt werden.

(Vgl. F-LuL 242f)

Erfahrung und Ähnlichkeit

Erfahrungen(en) sind gelebte Ähnlichkeiten. Kein größerer Irrtum, als Erfahrung im Sinne der Lebenserfahrung nach dem Schema derjenigen konstruieren zu wollen, die den exakten Naturwissenschaften zugrundeliegt. Nicht die im Lauf der Zeiten festgestellten Kausalverknüpfungen, sondern die Ähnlichkeiten, die gelebt wurden, sind hier maßgebend. (Walter Benjamin, aus F-LuL 246)

Synästhetische und sensomotorische Einheit

Die synästhetische und sensomotorische Einheit der Erfahrung erlaubt es, komplexe Situationen holistisch zu erfassen: ihre Färbung, Stimmung, Atmosphäre und Bedeutsamkeit. So entwickelt der Erfahrene schließlich einen "siebten Sinn", ein Gespür oder Vorgefühl, eine intuitive Wahrnehmung von Situationen. (F-LuL 249)