Verstehen

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[Verstehen] ist intuitives Erfassen einer Ganzheit, das sich seinen Gehalt nicht beliebig in Form einzelner Tatsachen aufzählen kann, sondern abwarten muss, dass diese ihm geschenkt werden, wie Früchte, die vom Baum fallen, freilich nicht ganz irrational, sondern besinnlichem, verständigem Bemühen zum Lohn. (S-III4 437)

Siehe: Ernte statt Reise

Die eigene Tendenz des Verstehens geht nicht von Prämissen zu Konklusionen, sondern vom Ganzen zum Einzelnen, genauer: vom chaotisch-mannigfaltigen Ganzen eines Eindrucks zum Einzelnen bestimmter Sachverhalte, die dann, wenn sie sich enthüllt haben, natürlich auch als Prämissen dienen können. (S-III4 435)

Verstehen setzt bei sinnfälligen Verhaltensweise oder Zeugnissen an, schreitet aber nicht von solcher physischer Außenseite zu einem vermeintlich psychisch Inneren fort, sondern von Sachen niederer Stufe zu Situationen. Richtiger wäre noch, zu sagen, dass es von vorn herein bei Situationen einsetzt; denn schon die normale, besonnene Wahrnehmung hat primär mit solchen zu tun, und Sachen niederer Stufe präsentieren sich in ihr nur als unablösliche Teile von Situationen im weiteren Sinn. (S-III4 437)

Wir verstehen unsere Mitmenschen nicht durch die Anwendung von verallgemeinerbaren Methoden. Wie wir unsere Mitmenschen verstehen, ist schon ein Ausdruck unserer Persönlichkeit, und unsere Persönlichkeit ist keineswegs nur die Summe unserer Ess-, Schlaf- und Paarungsgewohnheiten. Persönlichkeit ist vielmehr selbst so etwas wie ein Kunstwerk, weshalb die moderne Malerei oder das moderne Theater schon lange suggerieren, dass wir auch die Schauspieler oder Maler unser selbst sind. Der Mensch ist gelebte Kreativität. (MG-WW 175)

Bedeutungsverstehen:

  • Extensionales
  • Intensionales
  • Szenisches

(Vgl.: WH-RL 57)