Religion: Unterschied zwischen den Versionen

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# Die erste Form der Religion ist der '''Fetischismus''', der Vorstellungen von einem allumfassenden, alles beherrschenden und ordnenden Weltprinzip hervorbringt.  
 
# Die erste Form der Religion ist der '''Fetischismus''', der Vorstellungen von einem allumfassenden, alles beherrschenden und ordnenden Weltprinzip hervorbringt.  
 
# Die zweite Form der Religion hingegen ist Ausdruck unseres '''Sinns und Geschmacks fürs Unendliche''', wie der philosophierende, romantische Theologe Friedrich Schleiermacher den Religionsbegriff in ''Über die Religion'' definiert hat.|MG-WW 185}}
 
# Die zweite Form der Religion hingegen ist Ausdruck unseres '''Sinns und Geschmacks fürs Unendliche''', wie der philosophierende, romantische Theologe Friedrich Schleiermacher den Religionsbegriff in ''Über die Religion'' definiert hat.|MG-WW 185}}
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{{c|Ich habe die Religion in diesem Sinne oben mit einer Formel von Schleiermacher in Verbindung gebracht, der zufolge sie Ausdruck unseres Sinns und Geschmacks für das Unendliche sei. Die Idee, für die "Gott" steht, ist die Idee einer unbegreiflichen Unendlichkeit, in der wir dennoch nicht verloren sind. GOTT ist die Idee, dass das Ganze sinnvoll ist, obwohl es unsere Fassungskraft übersteigt. ... Religion im nichtfetischistischen Sinne ist der Eindruck, dass wir an einem Sinn teilhaben, obwohl er weit über alles hinausgeht, was wir erfassen. Wendungen wie "Die Wege des Herrn sind unergründlich".|MG-WW 195}}

Version vom 9. November 2013, 12:48 Uhr

Vor diesem Hintergrund kann man nun zwei Formen der Religion unterscheiden, wobei zur ersten Form der Religion auch das wissenschaftliche Weltbild gehört.

  1. Die erste Form der Religion ist der Fetischismus, der Vorstellungen von einem allumfassenden, alles beherrschenden und ordnenden Weltprinzip hervorbringt.
  2. Die zweite Form der Religion hingegen ist Ausdruck unseres Sinns und Geschmacks fürs Unendliche, wie der philosophierende, romantische Theologe Friedrich Schleiermacher den Religionsbegriff in Über die Religion definiert hat. (MG-WW 185)

Ich habe die Religion in diesem Sinne oben mit einer Formel von Schleiermacher in Verbindung gebracht, der zufolge sie Ausdruck unseres Sinns und Geschmacks für das Unendliche sei. Die Idee, für die "Gott" steht, ist die Idee einer unbegreiflichen Unendlichkeit, in der wir dennoch nicht verloren sind. GOTT ist die Idee, dass das Ganze sinnvoll ist, obwohl es unsere Fassungskraft übersteigt. ... Religion im nichtfetischistischen Sinne ist der Eindruck, dass wir an einem Sinn teilhaben, obwohl er weit über alles hinausgeht, was wir erfassen. Wendungen wie "Die Wege des Herrn sind unergründlich". (MG-WW 195)