Individuation

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Individuation ist Übergang des chaotischen Verhältnisses in Identität oder Verschiedenheit. Durch Individuation hebt sich ein Gegenstand als dieser mit Identität und Verschiedenheit ab; man kann ihn von da an aus der Gesamtheit des Bewußten herausgreifen und identifizierend auf ihn zurückkommen. Der Individuation des chaotischen Mannigfaltigen entspricht also die Explikation des Einzelnen. (S-III4, 414)

Damit ist die Geschichte der Individuation oder Verselbständigung im Mannigfaltigen hinlänglich umschrieben. Ich habe sie in vier Stufen aufgeteilt.

  1. Die erste Stufe ist die Selbstlosigkeit der Inhalte des Kontinuums.
  2. Sie wird abgelöst durch die plötzliche Ankunft des Neuen in die primitive Gegenwart, in der sich absolute Identität und Verschiedenheit im Zusammenhang mit Subjektivität ereignet.
  3. Daran schließt sich die zweite Stufe in Gestalt von Situationen an, die durch binnendiffuse Bedeutungen aus Sachverhalten, Programmen und Problemen zusammengehalten werden. Die Bildung solcher Situationen beruht auf der leiblichen Dynamik und Kommunikation, die aus dem Ursprung des Leibes in der Enge der primitiven Gegenwart hervorgehen.
  4. Den Übergang zum nächsten Stadium bewirkt die menschliche Sprache, die Gattungen fixiert und dadurch die Vereinzelung der Inhalte der Situationen als Fälle von Gattungen ermöglicht. Unter dem Geflecht der Gattungen kann der Mensch sich selbst und das ihn Umgebende durch Vereinzelung aus dem Inhalt der Situationen herausziehen.
  5. Den Netzen solcher Gattungen und ihrer Einzelfälle fehlt zunächst noch ein sie vereinigendes Sammelbecken. Dieses Feld als Grundlage und Aufnahmeplatz alles Einzelnen ist die Welt, die durch spontane Entfaltung der primitiven Gegenwart entsteht und den Menschen in sich hineinzieht. Die Welt hat fünf Seiten oder Richtungen entsprechend der fünf Momente der primitiven Gegenwart. Die Physik zaubert uns viele Welten vor, denen die eine oder andere Seite fehlt. (S-WMW 109f)